Bisherige Zusagen zur Beteiligung zurückgezogen – Wefelscheid richtet Anfrage an Stadtverwaltung
Koblenz/Kesselheim. Der mit über neunhundert Mitgliedern größte Verein im Ortsteil Kesselheim ist der VfL Kesselheim e.V., wie Vorsitzender Reinhard Müllender bei einem Ortstermin dem Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der FREIE WÄHLER Stadtratsfraktion, Stephan Wefelscheid, stolz berichtet. Der Verein unterhält eine eigene Halle, eine Tennisanlage und eine große Sportanlage mit Vereinsheim und verschiedenen Plätzen für Fußball und andere Sportarten, insgesamt hat der Verein dreizehn verschiedene Sportabteilungen. Der ausgedehnte Hartplatz direkt am Sportheim befindet sich im Eigentum der Stadt Koblenz, wird aber laut Müllender kaum noch genutzt, weil die Fußballmannschaften lieber auf Kunst- oder Echtrasen spielen. Daher möchte der VfL den Platz gerne sanieren und zu einem Kunstrasenplatz umgestalten. Knapp die Hälfte der veranschlagten Kosten könnten aus Eigenmitteln und Landesfördermitteln gestemmt werden, für die andere Hälfte ist der Verein jedoch auf die Unterstützung der Stadt angewiesen. In einem Brief vom 10. März 2026 an den Oberbürgermeister und die Stadtratsfraktion FREIE WÄHLER verwies der Vorsitzende auf Gespräche mit der Stadtverwaltung, wonach die Tennisanlage der Stadt übergeben werden sollte als Ausgleich für die finanzielle Unterstützung bei der Sanierung des Platzes in Höhe von insgesamt 300.000 Euro.
„Im Grunde war für uns die Situation klar, es gab sogar schon im Februar 2025 eine Unterrichtung des Schulträgerausschusses, wonach auf unserer Tennisanlage die neue Mensa für die Grundschule Kesselheim errichtet werden sollte“, berichtet Müllender. „Deshalb hatten wir auch bereits unsere Tennisabteilung aufgelöst, die Spieler spielen nun bei umliegenden Vereinen und die Anlage selbst beziehungsweise das durch uns gerade erst renovierte Clubhaus wird nur noch durch die Betreuende Grundschule genutzt.“ Doch dann kam die telefonische Mitteilung der Stadtverwaltung, man plane nun doch keine Mensa mehr, da sich die erwartete Zahl der Schüler für 2031 verringert habe. „Das war für uns eine dramatische Meldung, da aufgrund der bisherigen Informationslage mit dem Schließen der Tennissparte schon Fakten geschaffen waren“, so Müllender. „Die späteren Angebote zur Übernahme lediglich des Clubhauses reichen bei Weitem nicht aus, um die Finanzierungslücke zu schließen. Und was sollen wir mit zwei isolierten, nicht genutzten Tennisplätzen anfangen?“
Wefelscheid kann die Entscheidung der Stadtverwaltung hier ebenfalls nicht nachvollziehen: „Nun haben wir dort einen großen Verein, der investieren und dringend benötigte Sportstätten bereitstellen will. Der kooperativ mit der Stadt arbeitet indem er etwa seine Räumlichkeiten für die örtliche Grundschule zur Verfügung stellt und der sich auf Zusagen der Verwaltungen einlässt. Und diesem Verein wird von jetzt auf gleich und ohne adäquate Alternative ein Strich durch die Rechnung gemacht. Da wundert mich nicht, wenn der Frust im Ehrenamt zunimmt und niemand mehr Verantwortung übernehmen möchte.“
Zur Aufklärung des Sachverhalts richtete Wefelscheid nach dem Ortstermin eine Anfrage an die Stadtverwaltung: „Ich will wissen, wie es hier weitergeht und wie die Stadt dieses Projekt zukünftig begleitet. Denn Koblenz braucht Sportstätten, in denen Jung und Alt trainieren können. Das ist wichtig für die Gesundheit, aber auch für den sozialen Zusammenhalt und das Ehrenamt. Außerdem könnte sich hier noch eine weitere Option ergeben, die bisher wohl noch niemand im Blick hatte“, ergänzt Wefelscheid. „In Berlin entsteht derzeit eine Pilotanlage für Erdwärme, die bei der Sanierung eines Sportplatzes direkt in den Boden eingebracht wird und im Winter öffentliche Gebäude oder auch private Haushalte mit zuverlässiger Wärme versorgen kann. Ein solches Projekt könnte vielleicht auch für Kesselheim interessant sein, auch hierzu habe ich die Stadtverwaltung angefragt.“
Abschließend hält Wefelscheid fest: „Aktive Vereine, zumal noch solche die investieren können und eigene Infrastruktur erhalten, müssen wir auch zum Wohl unserer Kommunen und der öffentlichen Daseinsvorsorge erhalten und unterstützen. Kesselheim hat mit dem VfL ein starkes ehrenamtliches Rückgrat, ohne das viele Veranstaltungen und viel öffentliches Leben so nicht stattfinden könnte. Das muss auch der Stadtverwaltung dringend bewusst werden, damit nicht am Ende etwas Wertvolles verloren geht.“

